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Vergleichende Methoden beim Lernen beinhaltet die Konditionierung und den Behaviorismus

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Der Behaviorismus und die vergleichenden Methoden lagen in der gleichen Wiege

Keinesfalls sollte der Eindruck entstehen, hier ginge es um Lerntechniken und praktischen Anleitungen. Der Name vergleichende Methoden sagt es schon aus, es geht um die Methoden. Versuche an Tieren werden dazu genommen, um die Ergebnisse auf den Menschen zu übertragen. Dazu müssen die ausgewählten Tiere natürlich eine gewisse Ähnlichkeit zu Menschen besitzen, wenn das Verhalten oder was gelernt werden soll, einem Ähnlichem, wie dem eines Menschen gleich ist.

Einen anderen Zusammenhang besteht in der Allgemeinheit. Je allgemeiner ein Verhalten oder das Lernen an sich ist, umso besser kann es übertragen werden. Das kommt vor allem in der Hirnforschung vor, als die Biologie des Lernens erforscht wurde, denn Neuronen sind bei Menschen und Tieren überaus ähnlich oder sogar gleich. Mittlerweile lassen sich Neuronen züchten und brauchen nicht von Tieren oder sogar Menschen entnommen werden, aber das ist eine andere Geschichte!

Portrait von Watson

Watson, Quelle EPoCH Open University

Was man nun erforscht, ist das Verhalten oder im Englischen behavior genannt. Darauf baut eine ganze Strebung innerhalb der Psychologie auf, dem Behaviorismus. Diese wurde maßgeblich von einem Herrn Watson zu Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet.

Watson war ein Revolutionär der Psychologie, denn er konnte sich nicht damit abfinden, dass die Psychologie nur Innenansichten und Introspektion vornahm, um auf Erkenntnisse zu kommen. Er sah andere Wissenschaften als Vorbild, die das, was in der Welt vorhanden ist, messen und auswerten konnten. So wollte er auch innerhalb der Psychologie messen und auswerten.Was aber ist zu messen? Es war das Verhalten und so bekam die ganze Strebung den Namen Behaviorismus.

Ein zweiter Dünkel schien Watson in der Psychologie zu herrschen. Zu seiner Zeit wurde jeder Aspekt und jeder menschliche Eigenschaft auf die Vererbung geschoben und als Erbanlage angesehen. Watson ging dagegen an, dass der Entwicklung und dem Lernen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Er erkannte die Existenz von Erbanlagen an und erforschte diese, doch wollte er der Bedeutung von Entwicklung zur Wahrheit verhelfen.
So ist die vergleichende Methode die Methode in der Forschung der Behavioristen und der Behaviorismus zugleich auch ein Teil der vergleichenden Methoden.

Die klassische Konditionierung von Pavlov ist heute Allgemeinbildung, doch was hat es wirklich damit auf sich?

Der berühmte Pavlov

Pavlov im Portrait, Quelle EPoCH Open University

Pavlov war ein Physiologe, der sich mit Reflexen beschäftigte. Reflex kennt jeder von uns, ein Stimulus tritt ein und daraufhin kommt eine automatische Reaktion. Der Forscher Pavlov beobachtete während seiner Forschungen, dass die Hunde schon Speichel abgaben, bevor er irgendwelche Stimuli zeigte.
Zuerst nannte er das „psychische Aussonderung“, das er als Nebeneffekt sah und ausschalten wollte, da es seine eigentliche Forschung beeinflusste. Da änderte er aber seine Studien und machte diese Entdeckung zu seinem Objekt. Den Rest kennt wohl jeder.

Er sah, dass die Hunde auch Speicher absonderten, wenn ein vorher mit dem Stimulus gezeigter Reiz, einzeln wirkt. Die berühmte Glocke ertönte zusammen mit dem Futter, später bekam der Hund Speichel im Mund, wenn er nur die Glocke hörte. Die Verbindung zwischen der Glocke, dem neutralen Reiz und dem eigentlichen Stimulus, dem Futter, nennt man Kontingenz. Was die Glocke an sich hervorbringt, die Reaktion des Stimulus, ist der eigentliche konditionierte Reflex.

Die Entdeckung hat die Psychologie verändert, sonst wäre sie ja auch nicht so bekannt. Der Effekt betrifft nicht nur Hunde, sondern auch Menschen. Es ist ein grundlegender Effekt, auf den sich viele weitere Effekte und Abhängigkeiten beziehen.

Ein ganz anderer Zusammenhang mit dem konditionierten Reflex wurde bei Suchtabhängigen gefunden. Die Einnahme von Drogen ist das Stimuli und als Reflex darauf reagiert der Körper schon in Erwartungshaltung, sozusagen. Doch diese wird nicht allein durch die Droge bewirkt, sondern auch schon durch die Umgebung und die Räume.
Nimmt ein Abhängiger seine Drogen in einer völlig anderen Umgebung, so ist die Wirkung weitaus geringer höher, auch bei der gleichen Menge an Drogen. *Änderung siehe Kommentare unten

Da gibt es auch viele weitere Arten dieses konditionellen Reflexes. In der ganzen Geschichte der Psychologie, seit diesem Experiment, sind gut 100 Jahre vergangen. In dieser Zeit haben sich natürlich weitere Ergebnisse eingestellt, zig Studien wurden durchgeführt und dieser grundlegende Reflex wurde ausgiebig untersucht. Heute wird unter anderem auch eine Sequenz an Ereignissen in diesem Zusammenhang untersucht.

Der simple Reflex kann auch durch ein Signal ersetzt werden, das Essen bei einem Hund schon vorhersagt, ohne dass dieser Stimuli konditioniert wurde. Wenn Herrchen die Leine holt, weiß der Hund, dass jetzt der Ausgang bevorsteht.

Innerhalb der Thematik der Konditionierung ist die instrumentelle Konditionierung ein wenig bekannter, aber wichtiger Teil

Portrait von Skinner

Skinner, Verfechter des Behaviorismus! Quelle EPoCH OU

So langsam kommen wir mit der Forschung in die Moderne. Die Skinner-Box, benannt nach dem Behavioristen Skinner, kommt heute eher zum Einsatz. Es ist eine Kiste oder eine Box, in der sich Ratten oder Mäuse befinden.
Wie bei einem Vogel hängt an der Box ein Futterspender, mit dem Unterschied, dass der Forscher bestimmen kann, ob und wann da Futter herauskommt. Zusätzlich ist auch ein Zähler an der Box, der aufzeichnet, wie viel Futter aus dem Spender genommen wurde. So, ganz einfach erklärt! 🙂

Damit lässt sich schon erklären, was nun die instrumentelle Konditionierung ist. Wie man sich vorstellen kann, spendet der Futterspender in der Skinner-Box je nachdem Futter, wie sich das Tier verhält. Ob es auf ein Pedal drückt oder wie es sich verhält. Natürlich ist das Verhalten von einem Forscher festgelegt.

Soll das Tier beim Drücken eines Hebels Futter bekommen oder wenn es zweimal drückt oder lange genug drückt! Diese Form der Konditionierung ist eben die instrumentelle Konditionierung, da das Verhalten des Tieres für die Futterspende verantwortlich ist.

Es gibt auch negative Konditionierung in der instrumentellen Konditionierung. Ein gewisser Reiz deutet einen schmerzhaften Reiz an und schon bei dem Anfangs neutralen Reiz folgt die Reaktion auf den eigentlichen Schmerz, ohne aber den schmerzlichen Stimuli zu geben.

Was anderes ist die bestrafende Konditionierung. Hier kann das Verhalten der Maus die negative Konditionierung aufhalten. Ein Schmerz wird angekündigt und die Ratte drückt auf einen Hebel, der das Auslösen des schmerzhaften Stimulus verhindert. An dieser Stelle gibt es noch viele weiter Begrifflichkeiten innerhalb des Behaviorismus, die wirklich interessanten Forschungen und andere Themen.

Ich möchte den Blogbeitrag aber mit dem Menschen abschließen. Es konnte nämlich gemessen werden, dass solche Konditionierung Stress auslöst. Kommt also ein Signal und lässt das Schmerzen oder Unannehmlichkeiten erwarten, steigt der Stresspegel an. Bekommt das Tier die Möglichkeit, durch eine Aktion den Schmerz zu vermeiden, kommt so gut wie kein Stress auf, jedenfalls nicht so hoch. Es ist also gut, sich Mittel und Werkzeuge einfallen zu lassen, um Fremdbestimmung vorzubeugen. So lässt sich Stress auch beim Menschen verhindern!

Buchempfehlungen für Interessierte:

2 Kommentare zu “Vergleichende Methoden beim Lernen beinhaltet die Konditionierung und den Behaviorismus”

  1. […] Verhalten in den KopfBei dem Beitrag über Konditionierung und Behaviorismus stand im Vordergrund, wie Lernen mit dem Blick auf das Verhalten aussieht und wie dies untersucht […]

  2. […] den Artikeln über den Behaviorismus wurde Lernen mit dem Verhalten in Verbindung gebracht, mit dem Artikel über die Kognition bekamen […]

  3. Svenja sagt:

    „Nimmt ein Abhängiger seine Drogen in einer völlig anderen Umgebung, so ist die Wirkung weitaus geringer, auch bei der gleichen Menge an Drogen.“
    ich dachte eigentlich das wäre anders.. die umgebung, und das vorbereiten auf die drogeneinnahme führen zu einer kompensatorischen homöostatischen Reaktion, ohne die es zu einem Atmenstillstand kommen würde. das ist jedenfalls bei heroin der fall. vielleicht ist es bei anderen drogen ja anders…

  4. Marcus sagt:

    Hallo Svenja!

    Danke für den Hinweis, ich habe gerade nachgesehen!

    Der Effekt verstärkt sich tatsächlich und es ist genau anders herum. Die Einnahme in einer neuen Umgebung wirkt stärker, da der Körper sich nicht auf die Wirkung einstellen kann.
    Die gewohnten Handlungen bereiten einen auf den Rausch vor, daher ist die Wirkung im gewohnten Umfeld niedriger als in einer neuen Umgebung!

    Dank dir!

    ps: Ich habe mich wohl allein darauf konzentriert, dass ein Zusammenhang, also Konditionierung, zwischen Umwelt und Drogenwirkung besteht! .-)

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