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Sozialer Konstruktivismus der Identität

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Die dritte Theorie über Identiät

Neben der von Erik Erikson entwickelten psychosozialen Theorie und der von Tajfel herausgearbeiteten sozialen Identitätstheorie geht der nächste Schritt zu der Auffassung, dass Identiät voll und ganz über soziale Gruppen gebildet wird und wir uns ausschließlich über soziale Kontakte definieren.
Demnach werden wir durch die Interaktion in Netzwerken und sozialen Netzen zu dem wer wir sind. Eine Entwicklung findet durch die verschiedenen Personen statt, denen wir begegnen – in Schule, Beruf und natürlich in der Familie. Da sich die Kontakte immer wieder ändern, wir neuen Leuten begegnen, ändern wir uns auch in der Persönlichkeit.

Sprache formt die Persönlichkeit

Unsere Sprache macht nicht nur Bedeutung und gibt den Dingen Sinn, sondern bestimmt auch, mit welcher Bewertung wir die Welt sehen. Als schönes Beispiel ist angeführt, ob wir jemanden Terrorist oder Freiheitskämpfer nennen.
Das wurde mit Studien untersucht! Sehen wir ein Video über einen Autounfall und sollen anschließend die Geschwindigkeit schätzen, unterscheiden sich die Antworten danach, ob man die Frage mit „zusammenprall“ oder „aufgefahren“ stellt.
Je drastischer das Verb ist, umso höher war die geschätzte Geschwindigkeit. In Gesprächen kommt es auf die Worte an, nach ihnen lernen wir zu denken und die Welt wahrzunehmen. Fallen Ihnen noch andere Beispiele dazu ein?

Versuchen Sie es selbst!

Möchten Sie sich selbst ein Stück kennen lernen? Es ist kein großer Test und bedarf nur etwa 10 Minuten. Schreiben Sie doch einfach eine Geschichte auf, ein Erlebnis. Sie können sich darüber verschiedenes überlegen:

  • Haben Sie das Erlebte früher anderst gesehen und wenn ja, wie hat sich die Sichtweise geändert?
  • Haben Sie die Geschichte verschiedenen Leute erzählt und wenn ja, haben Sie die den unterschiedlichen Leuten immer gleich beschrieben?

Nach diesem kleinen Versuch können Sie selbst vielleicht sagen, ob soziale Kontakte Sie beeinflusst haben.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die Theorie der sozialen Bildung der Persönlichkeit hat viele Gemeinsamkeiten mit den anderen Zwei. Darunter fallen folgende Aspekte:

  • Persönlichkeitsbildung findet mit dem historischen Hintergrund der Region statt. Dieser beeinflusst die sozialen Kontakte.
  • Alle Menschen entwickeln ihre Persönlichkeit aktiv selbst.

Natürlich gibt es auch Unterschiede, die vor allem durch den Schwerpunkt in den Punkten liegen:

  • Hat man eine feste Persönlichkeit oder unterschiedliche „Rollen“, die man einnimmt.
  • Ist die Persönlichkeit fest oder verändert sie sich.
  • Wie weit hat Sprache mitgewirkt.
  • Ob sich Persönlichkeit zu festen Zeitpunkten formt oder über die Zeit verschiedene Gestalten annimmt.

Die Verrückten und Laberer

Nach eigenen Erlebnissen haben viele Menschen ein komisches Bild von Psychologen. Mit den drei Theorien über Identität können Sie sich selbst ein Bild davon machen, dass es verschiedene Blickwinkel gibt und es darauf ankommt, auf welchen Punkt man schaut! Betrachtet man eine Person an sich, sieht man wohl eher die psychosoziale Theorie Eriksons.
Fallen Aspekte wie Sprache in das Blickfeld der Betrachtung, spielt das Soziale eine größere Rolle. Ganz ähnlich ist es auch im Alltag, man kann egoistischer Sportler sein, liebevolle/r Familienvater oder Mutter, ehrgeiziger Unternehmer – das schließt sich alles nicht aus! Interessant ist, wer viele Seiten zu bieten hat. 🙂

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2 Kommentare zu “Sozialer Konstruktivismus der Identität”

  1. Ich bin persönlich immer sehr erstaunt, wenn man z.B. gemeinsam Brettspiele spielt. Dort hat man die Möglichkeit die Menschen von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. So wird aus dem sonst so liebevollen Mensch ein Hardcore Kapitalist, der sich hämisch über den Unterngang der Mitspieler freut. Oder sonst ganz ruhige Menschen, die kurz vor einem Gewinn bei Risiko Freudentänze aufführen.

    Einen Mensch mit viele Seiten finde ich auch grundsätzlich viel spannender – solange nicht jede Seite einen eigenen Vornamen hat 😉

  2. admin sagt:

    Hallo Lars! Das stimmt, ich habe schon Berichte gelesen oder gesehen, da hat ein Psychiater jedem Gefühl einen Namen mit eigener Geschichte gegeben. Das war einer aus Amerika. Höchst unseriös sozusagen.

    Ich finde schon, dass es ein neues Bewusstsein geben müsste oder es schon existiert, dass man eben nicht DIE Person ist, sondern dass man verschiedene Seiten hat. Es wirkt wohl für viele immer noch befremdend, sich selbst nicht als eine Person mit klaren Eigenschaften zu sehen, sondern als Mensch mit ganz unterschiedlichen Neigungen und Fähigkeiten.

    Es ist immer noch üblich, jemand „sein zu wollen“ als zu sein wer man ist…! 🙂

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