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Sind es wirklich immer die Gene? Wie Anlage und Umwelt die Persönlichkeit bilden

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Von der Beschreibung von Persönlichkeit und Charakter zur Ergründung

In den Beiträgen zu Persönlichkeit startete ich bei der Alltagsmeinung zu Charakter und Persönlichkeit. Dort brachte ich die nomothetische und idiografische Sichtweise mit ein und stellte Dimensionen der Persönlichkeit vor. Mit der Unterscheidung von Alltag und Studium zeigte ich dann deutlich, dass Menschenkenntnis nur ein geringer Teil der Psychologie ist und eine gute Menschenkenntnis nicht mit einem Studium vergleichbar ist.
Zuletzt zeigte ich noch in dem Beitrag über Testentwicklung, dass gewisse Eigenschaften und Fähigkeiten innerhalb eines Rahmens gemessen werden, den sogenannten psychometrischen Tests.

Letztlich endete dieser mit der Feststellung, dass all diese Tests weder Persönlichkeit noch Charakter erklären können, sondern nur beschreiben. So geht der jetzige Beitrag darum, welche Faktoren uns zu der Person lassen werden, die wir sind.

Portrait von Eysenck

Eysenck

Eysenck verband einzelne Areale im Gehirn mit verschiedenen Verhaltensweisen

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts kam ein Modell in Mode, das einen Teil eines bestehenden Systems in den Fokus nahm und damit allgemeine Prinzipien erklärte. Eysenck nutzte diese Vorgehensweise und sprach verschiedenen Gehirnfunktionen gewissen Verhaltensweisen zu. Seine Theorie gründet auf drei Dimensionen und unterscheidet sich kaum von Charaktertests, doch er nannte sie „Typtheorie“.

Wie auch immer, Eysenck war der erste, der die Biologie als Grundpfeiler der Persönlichkeit sah. Nebenbei bemerkt, ist das kein ganz neuer Gedanke gewesen, denn Freud schrieb schon für die Psychoanalyse nieder, dass in weiter Zukunft ein biologisches Gebäude für seine Theorien gefunden werden müsste. Diese biologischen Grundlagen, so Freud, sollten seine Theorien beweisen oder entkräften. Für Eysenck bestand eine Person aus den Dimensionen Extraversion – Introversion und Neuroticism – Emotional stability, wobei die dritte Dimension später als psychoticism – superego dazu kam.

Die Dimension von Extraversion – Introversion schrieb Eysenck dem ascending reticulocortical activating system, kurz und bekannt mit ARAS, zu. Je nach Aktivität dieses Systems ist jemand introvertiert oder extrovertiert. Die Begründung dabei ist sehr entscheidend: Ist das System aktiv und liefert Reize, dann brauch die Person keine Reize von seiner Umgebung und ist introvertiert. Bei schwacher Aktivität holt sich das Individuum seine Reize von außen. Für die Dimension Neuroticism – Emotional stability sah er das limbische System als biologische Grundlage. Sagen wir so, die Theorie an sich hat viele Kritiker, siehe Zuckermann!

Das Temperament rückt in den Fokus

Inwiefern Persönlichkeit vererbt ist, ist heute immer noch eine spannende Frage. Temperament war eine Eigenschaft, die in diesem Zuge erforscht und untersucht wurde. Sie soll beispielhaft für alle anderen Eigenschaften stehen.

In einer Langzeitstudie hat Kagan Babys und Kinder beobachtet oder besser gesagt, mehrere Jahre lang begleitet. Dabei hat er auch mehrere Studien durchgeführt, hauptsächlich, wie Babys und Kinder auf äußere Reize reagieren. Insgesamt fand er kein konkretes Ergebnis, welcher Anteil nun vererbt ist.

Anlage und Umwelt

Andere Möglichkeiten in der Erforschung des Anteiles der Biologie an der Persönlichkeit bestehen in der Molekularbiologie und natürlich den Zwillingsstudien. Wie auch immer, das Ergebnis all dieser Studien heißt in etwa: Es kommt darauf an! 🙂 Schlicht und einfach ist es ein Zusammenspiel zwischen Anlage und Umwelt. Es ist ähnlich wie mit Pflanzensamen. In schlechter Erde gedeihen die besten Gene nicht und schlechte Gene bringen auch in der besten Erde keine Pflanzen hervor!

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