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Lernmethoden und ihr Hintergrund

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Mehrere Blickwinkel auf Lernen

Ich möchte hier wie in meinem Studienmaterial beginnen und die Frage an den Leser stellen, was man sich denn unter Lernen eigentlich vorstellt. Verschiedene Meinungen gehen herum, als Schüler verbindet sich das Bild vom Pauken damit, sich mit irgendwelchen eintönigen Inhalten herumschlagen zu müssen. Das Bild zieht sich dann auch mit ins Studium, mal mehr mal weniger je nach Studienfach.

Mit dem Begriff „Lernen“ sind aber auch freudige Erinnerungen verbunden, wie man plötzlich etwas geschafft hat, wofür man unzählige Versuche brauchte. Im Alltag begegnet man dennoch oft dem Satz „Ich muss noch etwas lernen.“! Muss man, darf man, kann man? Was versteckt sich hinter dem Wort, das wir allzu oft so lapidar gebrauchen?

Lernen kann man aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Heute gibt es die Computertomografie, mit der man dem Gehirn beim Arbeiten zusehen kann. Es erscheinen lauter bunte Bildchen am Bildschirm, weswegen die Bezeichnung Bildgebungsverfahren oft verwendet wird. Früher waren da eher Disziplin und Ordnung gefragt, durch Zucht und Ordnung sollte Wissen und Können angedeihen.

Zum Glück gab es schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts Menschen, die durch die reine Beobachtung des Verhaltens sich Gedanken zum Lernen gemacht haben. Zu der reinen Beobachtung und den bildgebenden Verfahren entwickelten Psychologen auch viele Tests, die Aufschluss über „Lernen“ brachten. Insgesamt betrachtet näherte man sich diesem Phänomen durch viele Herangehensweisen:

  • durch Forschung am Nervensystem von Tieren,
  • Versuchen an Mäusen,
  • Tests mit Kindern und
  • zu Ende des 20. Jahrhunderts mit fortgeschrittener Technik.

Fähigkeiten und Wissen

Es ist üblich geworden Lernen in zwei Gruppen aufzuteilen, den Fähigkeiten einerseits und Wissen andererseits. Damit definiert man Lernen nach den Zielen, in welcher Gestalt Lernen seine Form annimmt. Auf das Berufsleben bezogen könnte diese Unterteilung auch Praxis und Theorie heißen. Wie auch immer, niemand wird bestreiten, dass Wissen und Fähigkeiten irgendwie zwei verschieden Dinge sind. Der Unterschied liegt im Bewusstsein, dass wir etwas gelernt haben. Fähigkeiten geben sich am Ergebnis zu erkennen, an der Tat und Wissen eben durch Reproduktion.

Wer Fähigkeiten beschreiben oder erklären möchte, der bringt vermutlich einen dieser schönen Sätze rüber, die von Fußballern oder allgemein aus dem Sport bekannt sind. Sportliche Leistungen sind meist Fähigkeiten, außer bei Sportarten wie Gedächtnissport muss man nichts wissen, weil es Fähigkeiten sind. Aber auch Schuhe binden, Radfahren, Musikinstrument spielen, Schwimmen und andere Tätigkeiten gehören zu den Fähigkeiten. Nein – statt großer Erklärungen werden Fähigkeiten durch Nachahmung und Ausführung angeeignet.

Wann lernt man nun?

Letztlich kann man Lernen als etwas ansehen, mit dem man sich neue Fähigkeiten und neues Wissen aneignet, das weitere Möglichkeiten eröffnet. Es passiert etwas und nachher ist es nicht mehr so, wie es vorher war. Anders gesagt, lernen wir immer, wenn wir etwas können oder wissen, das wir vorher nicht konnten oder gewusst haben. Damit ist automatisch implementiert, dass man sich verändert.
Wir können ja unsere Fähigkeiten und unser Wissen nicht wie einen Mantel bei der Tür ablegen. Wir sind unser Wissen und unsere Fähigkeiten! Ein Hirnforscher benutzte dafür den schönen Satz: „Das Gehirn ist das einzige Organ, bei dem wir lieber Spender als Empfänger sind“. 🙂

Die große Frage ist nun, auf welche Art und Weise kann dieser Wandel geschehen? Wie versetze ich mich in die Situation, etwas besser oder überhaupt zu können oder zu wissen als vorher?
Dazu gibt es mehrere Antworten, je nachdem aus welcher Sicht man das Phänomen „Lernen“ betrachtet.

  • Bedeutung generieren ist ein wichtiger Punkt. Bei Studien konnte gezeigt werden, dass Inhalte dann signifikant besser erinnert werden, wenn man deren Bedeutung verstehen muss. Anschauen oder nur lesen bringen nicht soviel, als ob man über den Inhalt nachdenkt.
  • Bei „A“ anfangen und bis „Z“ durchhalten. Wer bei F aufhört, hat nichts erreicht, denn das Ziel ist „Z“! So die Inhalte miteinander verbunden, werden Wissen und Fähigkeiten gelernt.
  • Regelmäßigkeiten einführen, denn genau das wird gelernt, was häufig und regelmäßig gemacht wird.

Das soll nicht als ultimative Lerntips verstanden werden, sondern als kleine Hinweise. Vielleicht schreibe ich ein ganz ausführliches PDF darüber. 🙂

Die nächsten Kapitel werden von den verschiedenen Ansichten über Lernmethoden handeln, dabei fällt der Blick auf die vergleichenden Methoden, vor allem der instrumentellen wie der klassischen Konditionierung. Was im Kopf passiert, die Hirnforschung und Kognitionswissenschaft, steht auch schon auf meiner Themenliste. Letztlich kommt auch Lernen in der Gesellschaft dran.
Noch nebenbei bemerkt: Auch Lehren will gelernt sein! Das bedeutet, dass nicht jede Person, die etwas weiß oder über Fähigkeiten besitzt, diese auch Anderen weitergeben kann.

Buchempfehlungen für Lernbegierige :-):

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