logo

Lernen aus der Sicht der Gesellschaft

logo

Werkzeuge, das sind die richtigen Lernerfahrungen

In der neuen Kategorie Lernen und Gesellschaft werfen wir einen Blick auf das Umfeld und die Kultur, in der gelernt wird. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie unsere Umwelt und die Gesellschaft unser Lernen beeinflusst, fangen wir doch mal bei etwas Selbstverständlichem an.

Nehmen wir das Schreiben! Das kann fast jeder von uns, ok es gibt Analphabeten, aber letztlich wird es allgemein in der Gesellschaft als Grundfähigkeit angesehen. Das war nicht immer so und erst die Erfindung der Schrift brachte enorme Vorteile für die Menschen selbst.

Traditionen und Bräuche konnten niedergeschrieben werden, anstatt wie in verschiedenen Kulturen noch üblich, wo sie über Erzählungen weitergegeben werden. Jedenfalls ist Schreiben eine Errungenschaft, die wir nutzen.
Es ist eine Art Werkzeug, der wir uns bedienen, mit der in Schule und Beruf Wissen weitergegeben wird. Andere Kulturen, wie schon gesagt, verfügen nicht über Schrift oder Schulen.

Im Kern möchte ich also sagen, dass die Art wie gelernt wird, von der technischen Entwicklung abhängt oder anders gesagt, in welcher Kultur gelernt wird.

Der Mensch baut sich auch geistige Werkzeuge

In den Artikeln über den Behaviorismus wurde Lernen mit dem Verhalten in Verbindung gebracht, mit dem Artikel über die Kognition bekamen die fleißígen Leser meines Blogs mit, wie Lernen mit dem Focus auf die geistigen Leistungen betrachtet werden kann. Lernen aus dem soziokulturellen Blickwinkel betrachtet offenbart eine ganz neue Betrachtungsweise, ein Zusammenspiel von Menschen und Werkzeugen.

Nicht nur mit Schrift und Sprache, sondern auch andere Lösungen bewerkstelligen wir mit Werkzeugen. Für die Division von sechsstelligen Zahlen durch einen vierstelligen Divisor benutzen die Meisten einen Taschenrechner oder auch den PC oder das Handy. Für deren Benutzung sind aber viele weitere Fähigkeiten nötig.

Wir lernen, wie wir Maschinen bedienen, die für uns die Arbeit machen. Aber auch derjenige, der mit dem Kopf rechnet, hat Werkzeuge, sozusagen geistige Werkzeuge! Rechnen wurde einmal erfunden, entwickelt und indische Multiplikation ist eine andere wie die arabisch-westliche Kopfrechenweise! Hier haben die Menschen unterschiedliche geistige Werkzeuge, je nachdem, in welcher Kultur sie aufwachsen und lernen.

Es ist allgemein bei uns üblich, dass wir nicht mehr Wissen aneignen, sondern vielmehr Probleme lösen verstehen. Dazu bedienen wir uns weiterer Werkzeuge, wie oben beschrieben.
Aus der soziokulturellen Perspektive ist Lernen eher ein Aneignen von Werkzeugen, ohne direkten Kontakt zu dem Ding an sich in der Welt zu haben. Wir lernen nicht, wir benutzen zumeist geistige Werkzeuge! Eine interessante Sicht auf das Lernen, wie ich finde! 🙂

Ich habe bisschen das Gefühl, dass wir unseren technischen Fortschritt nicht mehr nutzen und nicht mehr das daraus machen, was möglich ist. Das beste Beispiel dafür ist das Bildungssystem!

Etwas zum Nachdenken

Einen Kommentar hinterlassen

logo
logo
Die Open University | Kurssystem | Finanzen | Der Schreiberling | Finanzen |
© Schweizer Consulting | Impressum