Der erste Gedanke bei dem Thema „Ethik und Moral für angehende Psychologen“ geht meist in die Richtung einer philosophischen Auseinandersetzung. Gibt es Moral, was ist der Unterschied zu Ethik und berührt das Thema wissenschaftlichen Boden. Vielleicht bei Untersuchungen, wie Kinder lernen, Moral zu entwickeln!? Ganz falsch! Der Kurs, im wahrsten Sinne des Wortes, geht in eine andere Richtung.
So ziemlich jeder wird die Studie von Professor Zimbardo und seinem Stanford-Prison-Experiment aus dem Jahr 1971 kennen. Zimbardo hatte per Zeitung Freiwillige gesucht, die er per Münzentscheid in Gefangene und Wärter einteilte. Schon nach wenigen Stunden wurden die Wärter von ihrer Machtposition eingenommen, das Experiment musste nach wenigen Tagen eingestellt werden. Das Stanford-Prison-Experiment wurde in dem Film „Das Experiment“ festgehalten. Wer möchte, kann die Originalaufnahmen hier sehen, sollte aber immer im Hinterkopf haben, dass die Leute wussten, dass es nur ein Experiment ist!
Bekannt dürfte auch die Studie von Milgram aus dem Jahre 1961 sein. Junge Studenten versetzten Leuten einen Stromschlag, die in einem anderen Raum saßen. Die Studenten konnten die Probanden aber durch eine Glasschreibe sehen. Sie wussten jedoch nicht, dass die Probanden Schauspieler und sie die eigentlichen Teilnehmer waren.
Auf Anweisung von Vorgesetzten verabreichten sie immer höhere Stromschläge und schauten zu, wie die Person hinter der Glasscheibe Schmerzen erlitt. Sie waren auch bereit, lebensgefährliche Stromschläge zu geben.
Das untenstehende Video ist zwar mit spanischen Titeln und Sprecher, dafür aber eine Originalaufnahme. Bezeichnend ist, dass die Testpersonen trotz Bitten der vermeintlichen Opfer nicht aufhörten.
Die Experimente zeigen, wozu der Code of Ethics and Conduct bestimmt ist. In den Untersuchungen, Befragungen und Experimenten steht das Wohl der Teilnehmer im Vordergrund.
Es ist eine Ansammlung an Anweisungen, die jeder Psychologe, vor allem in seinem Berufsleben, beherzigen muss. Auch schon im Studium gelten bei allen Prüfungen, ob praktisch oder nur schriftlich, die Bestimmungen des Code of Ethics and Conduct. Dieser ist hier frei erhältlich!
Die Prinzipien und deren Bedeutung als Überblick:
Das ist mehr als nur ein Kodex, der die besonders Ehrenwürdigen auszeichnen soll. Hält sich jemand nicht an diese Vorgaben, kann das sogar Berufsverbot bedeuten.
Ich persönlich finde Folter extrem schlimm und durch nichts zu rechtfertigen. Allerdings denke ich sind da weniger die Folterer strafrechtlich zu belangen sondern eher die Menschen die das anordnen. Ich habe mich etwas mit dem Milgram Experiment beschäftigt und da kommt ganz klar zum Ausdruck, wie die Menschen manipuliert werden. Gut ich bin erst am Anfang meiner Psychologie Studien, aber die Ergebnisse des Milgram Expirements sprechen einfach für sich.
Die, die das anordnen, haben natürlich die Verantwortung – die Ausführer sind dennoch nicht unschuldig, tragen im Kern doch eine erhebliche Rolle! Das Problem besteht meiner Meinung nach darin, dass wenn der Initiator fehlt, auch keiner die Folter ausübt. Fehlt der Ausführende, findet der Initiator auch jemand anderes! Ist eine interessante Frage…!